Geschichte

Wer sind wir?
Der Box-Club Weißenthurm (BCW) wurde im Januar 1965 unter Federführung von Willi Malchus, Bernhard Oster und Klaus Gass gegründet. Bereits nach einem halben Jahr konnte der Club einige aktive Kämpfer vorweisen. Später nahm man auch an Rheinlandmeisterschaften teil und gewann einige Titel. Um mehr Boxveranstaltungen durchführen zu können, setzten sich im Jahre 1973 die Vorstände der Box-Clubs aus Weißenthurm (BCW), Andernach (BCA) und Neuwied (BCN) zusammen und beschlossen, sich zu einem Großverein zusammenzuschließen, der Box-Union Rhein-Wied. Nach wenigen Jahren gingen die Andernacher und die Neuwieder jedoch wieder eigene Wege. Seitdem heißt unser Boxsportverein „Box-Union Weißenthurm e.V.“ Wir sind ein traditionsreicher Verein im Amateur-Boxverband Rheinland und nehmen bis heute aktiv an Wettkämpfen und Veranstaltungen im Amateurboxen teil. Dabei haben unsere Athleten bereits zahlreiche Titel erringen können. 

Leider war das Interesse am Boxsport ab dem Ende der 70er Jahre stark rückläufig, was auch an den zweifelhaften Verbindungen einiger Profi-Funktionäre zur organisierten Kriminalität gelegen haben mag. Die Mitgliederzahlen der olympischen Boxvereine brachen in dieser Zeit ebenfalls ein. Etwas Aufwind gab es dann Anfang der 90er Jahre, als mit Henry Maske und Axel Schulz "Gentleman-Boxer" den Ring betraten und den Boxsport wieder salonfähig machten.

Doch auch diese Hochphase ebbte bald wieder ab und so erlebte auch die Box-Union immer wieder Höhen und Tiefen. 2015 gab es nach jahrzehntelanger Pause anlässlich des 50jährigen Vereinsbestehens endlich wieder eine Boxveranstaltung in Weißenthurm. Die Trainer:innen des Vereins hatten hart gearbeitet, um wieder eine eigene Boxstaffel zu schaffen, die bei Turnieren in nah und fern antrat und bei der Jubiläumsveranstaltung das heimische Publikum begeisterte. Von nun an sollte es jährlich eine Boxveranstaltung in Weißenthurm geben und bis 2019 konnten die Weißenthurmer:innen einige interessante Kämpfe sehen. Der Verein war auf über 80 Mitglieder angewachsen, davon waren ca. 35 im Training aktiv.

 

 

Und das ist die Boxstaffel von 2016. Allerdings haben sich rechts drei Trainer*innen mit ins Bild geschlichen.

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem nebenstehenden Bild handelt es sich um die Boxstaffel von 1970. Erkennen Sie sich wieder? Dann melden Sie sich bei uns und erzählen Sie uns von sich!

 

 

 

 

 

 

 

Hier sehen Sie einige Impressionen aus den ersten Vereinsjahren:

Und hier nehmen wir Sie mit in die 90er Jahre:

 

Besonders hart getroffen wurde der Verein durch die Corona-Pandemie. Eine für Ende März 2020 geplante Veranstaltung musste wegen des ersten Lockdowns kurzfrisig abgesagt werden. Monatelang war keinerlei Vereinssport möglich und es gab zahlreiche Vereinsaustritte. Als schließlich zumindest ein Outdoor-Training möglich war, atmeten die Verantwortlichen zunächst auf, jedoch gab es aufgrund der strengen Auflagen weitere Kündigungen - Kontaktsport ist mit einem Mindestabstand von drei Metern nunmal nicht möglich.

Als dann endlich die Maßnahmen gelockert wurden und man Aussicht hatte, bald zumindest wieder Indoor und an Sandsäcken trainieren zu können, kam es zu einem technischen Defekt, in dessen Folge die Sporthalle brannte. Hierbei wurde sämtliches Equipment der Box-Union zerstört, der Schaden ging in die Tausende. Die Stadt Weißenthurm mühte sich nach Kräften, die Halle wieder aufzubauen, doch zogen sich die Arbeiten über anderthalb Jahre hin. Aufgrund der Flutkatastrophe im Ahrtal war es wohl schwierig, an Handwerker und Material zu kommen.

Die Box-Union schien in diesem Moment erledigt, denn anderthalb Jahre ohne Equipment in der Stadthalle zu trainieren, würde wohl auch der tapferste Boxliebhaber nicht mitmachen. Hilfe erhielt der Verein jedoch von einem guten Bekannten: Yildiray Uzun, Vater des mehrfachen Rheinland-Meisters Mehmet-Can Uzun, gab dem Verein die Möglichkeit, in seinem Gym, der Koblenzer Boxfabrik sein Vereinstraining durchzuführen. Hier gibt es alles, was das Boxerherz begehrt: neben einem Hochring stehen auch Sandsäcke, Doppelendball, Speedball und zahlreiches Kleinmaterial wie Medizinbälle, Hanteln und Kettlebells zur Verfügung. Nicht jedes Vereinsmitglied fand eine Möglichkeit, die Boxfabrik zu erreichen, und so gab es weitere Kündigungen. Teilweise trainierte man zu dritt oder zu viert. Doch aufgrund der neuen Möglichkeiten in Koblenz gab es schließlich auch wieder ein paar Neuzugänge.

Anfang 2023 wurde die alte Trainingshalle dann endlich wieder eröffnet und mit der Unterstützung der Stadt Weißenthurm konnte auch neues Equipment erworben werden. Zunächst stagnierten die Mitgliederzahlen noch im einstelligen Bereich, doch als schließlich wieder erste Titel gewonnen wurden, füllte sich die Trainingshalle zusehends. Hilfreich war dabei auch die weitere Kooperation mit der Koblenzer Boxfabrik, die man nach wie vor zum gemeinsamen Sparring aufsucht und deren Boxer:innen bei Veranstaltungen für die Box-Union in den Ring steigen. Derzeit hat die Box-Union wieder 57 Mitglieder, von denen ca. 30 aktiv am Trainingsbetrieb teilnehmen und 7 bei Wettkämpfen antreten. Erfreulich ist auch, dass die Box-Union in den letzten Jahren weiblicher geworden ist: so nehmen derzeit 9 Sportlerinnen verschiedener Altersstufen am Training teil.